Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Aachen ist höchst erstaunt, dass sich eine schwarz-rot-grüne Allianz nunmehr über die Gründung einer vierten Gesamtschule am Standort Stolberger Straße geeinigt hat und damit das Aus für drei etablierte und leistungsstarke Schulen beschließt.
Ohne jegliche Diskussion in der Öffentlichkeit oder im Rat, ohne Aussprache über den Schulentwicklungsplan und vor allem ohne vorherige Information der drei betroffenen Schulen schaffen CDU, SPD und Grüne damit Fakten - vorbehaltlich der Zustimmung des Regierungspräsidenten mit CDU-Parteibuch. Auch die Aachener Stadtverwaltung, die an die im Rat vertretenen Fraktionen immer appelliert hatte, die Zukunft der Aachener Schulen nicht zum Wahlkampfthema zu machen, wurde von diesem Antrag überrascht. Die FDP ist damit die einzige im Rat vertretene Fraktion, die die individuelle Förderung unserer Kinder über die Ideologie setzt. Schüler, Eltern und Lehrer werden massiv verunsichert, wenn drei profilstarke Schulen im Sommer 2010 für immer geschlossen werden. Dafür wird im Aachener Ostviertel eine neue Riesenschule geschaffen. Aus liberaler Sicht kein Ersatz für das derzeitig bestehende gute Angebot.
Der FDP Oberbürgermeister-Kandidat und Fraktionsvorsitzende Wilhelm Helg meint dazu: “Wir Liberale stehen nunmehr alleine gegen alle anderen Parteien in Aachen für das bestehende dreigliedrige Schulsystem und an der Seite der Schüler, Eltern, Schulpflegschaften, Schulleiter und Lehrer der von der Schließung bedrohten Schulen“.
Gerade der Gesinnungswechsel der Aachener CDU, die bisher immer für das Dreisäulenmodell stand, ist für Wilhelm Helg mehr als unverständlich. Am Tage, an dem der nordrhein-westfälische Generalsekretär der CDU, Hendrik Wüst, erklärt hat, mit aller Macht gegen die Pläne von rot-rot-grün zu kämpfen, das bestehende System abzuschaffen, und eine große Schulkampagne im ganzen Land mit Plakaten, Flugblättern und Postkarten gegen die Zerschlagung der Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien zu starten, macht die CDU in Aachen das genaue Gegenteil. Wilhelm Helg fordert den Generalsekretär des Düsseldorfer Koalitionspartners daher auf, die ersten geplanten Infostände, Aktionen vor bedrohten Schulen und Diskussionsveranstaltungen im Geschwister-Scholl-Gymnasium, der Hugo-Junkers-Realschule und der Hauptschule Aretzstraße durchzuführen.