Aus der Lokalpresse erfuhren vor wenigen Tagen Schulleitung, Lehrer/innen und Schüler/innen, dass ihre jeweilige Schule (Gemeinschaftshauptschule Aretzstraße, Hugo-Junkers-Realschule und das Geschwister-Scholl-Gymnasium) aufgelöst werden soll. Am Standort des Geschwister-Scholl-Gymnasiums im Ostviertel soll stattdessen die vierte Gesamtschule in Aachen errichtet werden.
Alle diese Schulen mit ihrem besonderen Profil sind aber unverzichtbar: Die Hauptschule Aretzstraße ist in Aachen eine Schule mit Vorbildcharakter, die bundesweit seit Jahren Auszeichnungen, vor allem wegen ihres integrationsfördernden Schulprofils, erhält. Die Hugo-Junkers-Realschule kann gar nicht so viele Schüler/innen aufnehmen wie sie möchte und das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat die Vorbereitungen und Aufgaben zur Umwandlung zu einer Ganztagsschule nicht nur baulich, sondern auch lerninhaltlich just abgeschlossen.
Skandalös ist nicht nur in den Augen der Aachener Liberalen die Unverschämtheit, dass alle Betroffenen erst zwei Tage vor Beginn der Osterferien von dem gemeinsam beschlossenen Antrag von SPD, CDU und den Grünen zur Schließung ihrer Schulen in Kenntnis gesetzt worden sind – und das nur über die Medien!
Ganz undemokratisch hat man die betroffenen Schulen vorher nicht informiert und sie keineswegs in die Überlegungen mit eingeschlossen.
Diese Nacht-und Nebelaktion der rot-grünen Ratsmehrheit in Aachen wird sogar von der hiesigen CDU mitgetragen. Obwohl aktuell der Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, in einer Pressemitteilung sich vehement gegen eine Zerschlagung von Haupt-, Realschulen und Gymnasien ausspricht. Was geht hier in Aachen eigentlich vor?
Am vergangenen Montag (6. April) haben sich Schüler/innen, Lehrer/innen, Vertreter der Schulpflegschaften und natürlich die Schulleiter der GHS –Aretzstraße, Hugo-Junkers-Realschule und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums auf dem Aachener Markt eingefunden, um einmütig gegen die Auflösung ihrer Schulen zugunsten einer vierten Aachener Gesamtschule zu demonstrieren.
Mehrere hundert Teilnehmer/innen machten ihrem Unmut Luft – und das, obwohl eigentlich Osterferien sind.
„Lokalpolitiker so geht es nicht! Wir wollen, dass man mit uns spricht!“, „Klassenstärke rauf, individuelle Förderung runter“ oder „Gesamtschule? Nein, danke! Wir wollen unsere Identität behalten!“ standen auf den Transparenten und Plakaten der Demo-Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Solche Forderungen und Kritikpunkte finden auch die Unterstützung der Aachener FDP.
Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass die Veranstalter zu der lautstarken Kundgebung auch die FDP Aachen als Gast eingeladen hatte, da sich die Liberalen – als einzige Partei im Stadtrat – gegen die Demontage der drei genannten Schulen zur Wehr setzen werden und eine vierte Gesamtschule unter diesen Voraussetzungen ablehnen. OB-Kandidat Wilhelm Helg, Ratsfrau Sigrid Moselage und die schulpolitische Sprecherin Gretel Opitz nahmen neben weiteren interessierten FDP-Mitgliedern an der Demo teil.